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outstanding artist award

28. September 2012
outstanding artist award
 
Die SiegerInnen im outstanding artist award des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) stehen fest. In der Kategorie "Experimentelles Design" konnten fünf Projekte überzeugen. Sie werden im Rahmen der Ausstellung "Werkzeuge für die Design-Revolution" vorgestellt. Sonja Bäumel siegte, einer von drei Anerkennungspreisen geht an den Entwurf "Pots, Thoughts and Tops" von Julia Landsiedl.  

 

"Experimentelles Design" ist eine von vierzehn Kategorien des outstanding artist award. In dieser Sparte zeichnet das BMUKK kreative Gestaltungskonzepte im Bereich Produktdesign und dreidimensionale Gestaltung aus. Die Konzepte sind noch nicht umgesetzt, aber künstlerisch, gesellschaftlich oder wirtschaftlich interessant. Wie der Entwurf von Julia Landsiedl, der sich besonders dem Thema Nachhaltigkeit widmet - und einem Problem, das wir fast alle kennen.

Ein zweites Leben schenken

Ausgeschlagene Tassen, abgenutzte Teller, Kannen ohne Deckel: Man trennt sich ungern von lang gedienten "guten" Stücken aus Porzellan, auch wenn der Ärger über die Beschädigung die Freude am Gebrauch mindert. Mit diesem Thema hat sich Julia Landsiedl auseinandergesetzt. Sie gibt Produkten mit Geschichte durch Upcycling ein zweites Leben und macht deutlich, dass Reparieren besser ist, als etwas Neues zu kaufen.

Alte Techniken vereint mit neuen Technologien
Julia Landsiedl nimmt sich vor allem deckellos gewordener, aber immer noch liebenswerter Kannen und Schalen an. Mittels Rapid Prototyping und 3-D-Druck hergestellt, ersetzen die neuen Deckel die fehlenden alten - funktional erweitert um eine Vasenfunktion. In Kombination mit der Kanne schreiben sie als "serielle Unikate" die Produktgeschichte fort. Das überzeugt: "Es ist eine einfallsreiche Kombination von alten und neuen Produktionsprozessen. Altes wird wertgeschätzt, ohne das Neue zu blockieren", heißt es in der Jurybegründung.

Platz für Nebensächliches
"Der Entwurf ist die optimistische Vision einer Welt, in der auch für das Marginale genug Raum bleibt." Bei dieser Einstellung und dem Stichwort "Broken Porcelain" möchte Julia Landsiedl gerne bleiben. "Mein persönlicher Wunsch wäre, mit einem Porzellanproduzenten weiter an dem Thema zu arbeiten. In Österreich gibt es da leider nicht mehr viele."

 

Sonja Bäumel: Design und Biologie
Das Projekt der Gewinnerin in der Kategorie "Experimentelles Design" beschäftigt sich mit einer Neudefinierung unserer Kleidung - in Form eines Design-Prozess-Buchs mit dem Titel "Textile Anatomy". Darin visualisiert Sonja Bäumel ihre Arbeit von 2008 bis 2012 und gibt Diskussionsstoff für die kulturellen Entwicklungen in Wissenschaft und Technologie. Die Jury: "Sonja Bäumel eröffnet durch die von ihr entworfenen biomorphen Strukturen eine zukunftsweisende Sicht auf die Bekleidung von morgen. Ein Design-Szenario, das die Idee von Design und die zukünftige Rolle des Designers herausfordert."


 

 

Preisverleihung und Ausstellungseröffnung: 
Werkzeuge für die Design-Revolution

28. September 2012, 17.30 Uhr
designforumWIEN, MuseumsQuartier
Museumsplatz 1, 1070 Wien

Ausstellung: Werkzeuge für die Design-Revolution

29. September bis 4. November 2012
Mi-Fr 10.00-18.00 Uhr, Sa/So 11.00-18.00 Uhr

 

Mehr Infos hier.



27.9.2012

Foto: "Pots, Thoughts and Tops" von Julia Landsiedl; © Julia Landsiedl