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Von Silvia Schachinger
"Vor fünf bis zehn Jahren war es noch leicht mit einer Spieleidee zu punkten. Heutzutage ist das viel schwieriger, weil Perfektion gefragt ist", bringt Karoline Simonitsch
(
www.k3.biz) etwaige Träume vom schnellen Start-up-Erfolg gleich am Beginn zum Platzen. Denn Games-Publisher agieren hochprofessionell und erwarten dies auch von den Spieleschmieden, weiß die Games-Expertin. Perfektion lässt sich allerdings oftmals nur mit den entsprechenden finanziellen Mitteln und der richtigen Unterstützung umsetzen. Diese zu bekommen stellt für viele JungunternehmerInnen eine große Hürde dar.
Gute Idee ist noch kein ausreichender Einstieg
Ist eine Idee erst einmal geboren, beginnt man am besten damit den Markt zu analysieren. Gibt es genau so etwas oder etwas Ähnliches schon? Wie kommt es an? Wie sieht der Markt für meine Idee aus? Hat man sich diese Fragen erstmals gestellt, dann gilt es so schnell wie möglich zahlende Kunden zu finden. "Hier geht es nicht nur um die Finanzierung, sondern auch um wertvolles Feedback. Freunde und Familie sind zwar ein guter Anfang, aber selten objektiv genug. Darum ist es wichtig, so schnell wie möglich externes Feedback einzuholen", rät Simonitsch. Denn nur wer Perfektion bietet, kann auch bei den großen Publishern punkten - und diese werden schon lange nicht mehr nur von Gaming-Nerds geleitet, sondern auch von beinharten Betriebswirten.
Von der ersten Idee bis zum fertigen Game oder der eigenen Firma gibt es dabei zahlreiche Punkte zu bedenken. Vor allem die (Team-)Organisation sollte klar festgelegt werden. Entscheidend ist, die einzelnen MitarbeiterInnen ihren Fähigkeiten entsprechend optimal einzusetzen und herauszufinden wer für welche Position geeignet ist. Denn: "Bereits in dieser frühen Phase gibt es oft die ersten Streitigkeiten, wer welchen Titel führen darf", so Simonitsch.
Keine Firma ohne Geschäftsmodell
Vor allem ein Geschäftsmodell ist das Um und Auf jeder erfolgreichen Firmengründung. Man sollte ehrlich zu sich selbst sein ("Bin ich überhaupt ein Unternehmertyp?"), sich intensiv mit der Frage beschäftigen, was man anbieten möchte, welche Qualifikationen einen auszeichnen und vor allem was man kann und was nicht. Auch die Frage, ob man lieber im Team arbeitet oder doch allein, ist nicht unwichtig - genauso wenig wie die Unternehmensform, für die man sich entscheidet. Danach sollte man sich mit den finanziellen Aspekten beschäftigen: Wie plane ich Finanzierung, laufende Kosten, Investitionen und den Umsatz? Zur Erstellung eines Geschäftsmodells gibt es zahlreiche Publikationen: Simonitsch empfiehlt für Games-EntwicklerInnen beispielsweise den so genannten Business Model Canvas. Wertvolle Infos wie zum Beispiel den Gründerleitfaden oder die Businessplan-Software Plan4You Easy finden angehende UnternehmerInnen auch auf www.gruenderservice.at.
Sich selbst und seine Idee präsentieren
"Eine Unternehmensgründung kann nur dann gelingen, wenn man genau weiß, was man kann, zur Umsetzung benötigt und wer das Produkt letztendlich kauft", konstatiert Simonitsch. Das ist auch der Punkt, an dem die PR und das Marketing ins Spiel kommen. Das stellt für viele UnternehmensgründerInnen ein oft leidiges Thema dar, wie Simonitsch weiß. Allerdings kann man genau damit nicht früh genug anfangen. Dabei fällt durch die sozialen Netzwerke das Marketing heutzutage leichter denn je, benötigt jedoch Experten. Ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin, der/die genau diesen Punkt übernehmen kann und das auch noch gerne macht, ist demnach für Start-ups wirklich Gold wert.
Finanzierung durch Förderung
Gerade in Österreich gibt es eine reichhaltige Förderlandschaft, die UnternehmerInnen die Gründung deutlich erleichtern kann. Für Laien ist diese oft schwer zu durchblicken, da es zahlreiche Förderinstitutionen mit unterschiedlichen Schienen und Einreichbedingungen gibt (z.B. Austria Wirtschaftsservice (aws) , ZIT - Die Technologieagentur der Stadt Wien, unter anderem mit dem Content Award und Departure - Die Kreativagentur der Stadt Wien. Abhilfe schaffen kann hier eine Förderberatung der WKW, bei ExpertInnen abklären, welche Fördermöglichkeiten für das Unternehmen/Projekt überhaupt in Frage kommen.
Alternative Finanzierungsmöglichkeiten
Abseits der klassischen Finanzierungsmöglichkeiten wie Förderungen und Banken gibt es noch weitere Möglichkeiten. Eine davon ist sind so genannte Business Angels (BA). Dabei handelt es sich um vermögende PrivatinvestorInnen, die meist selbst erfolgreiche UnternehmerInnen oder Top-ManagerInnen sind und ihre Erfahrungen weitergeben möchte. Neben dem wichtigen Kapital bringen BAs ihr unternehmerisches Wissen und ihre Netzwerkkontakte mit ein. Sie eigenen sich vor allem für frühe Phasen, in der nur eine erste Idee oder ein Konzept vorhanden sind. Wichtige BA-Börsen in Österreich sind i2 - die Börse für Business Angels und der AIcO - Angel Investment Club Oberösterreich. Wer bereits ein fertiges Produkt in Händen hält oder kurz vor dem Markteintritt steht, kann versuchen, Geld von Venture-Capital-Gesellschaften (VCs) zu lukrieren. Diese verwalten Gelds in Fonds, die zumeist von Versicherungen, Pensionsfonds und Banken gespeist werden, und investieren dieses Kapital in Beteiligungsunternehmen. Genauso wie Business Angels bringen sich auch VCs intensiv ein und bringen ihr Wissen mit. Den einfachsten Überblick über die VC-Gesellschaften in Österreich bekommt man über die Dachorganisation der VC-Industrie AVCO. Einen guten Einstieg liefert außerdem die Auflistung der Preisträger des jährlichen Venture-Capital & Private Equity Awards. Eine relativ neue Finanzierungsform, die auch im Gamingbereich interessant ist, stellt das Crowdfunding dar. Diese Möglichkeit kommt vor allem für kreative, Web- und Mobile-Start-ups in Frage. Einen allgemeinen Überblick über sämtliche, in Österreich möglichen alternativen Finanzierungsformen bietet der Leitfaden der Jungen Wirtschaft.
Wo finde ich Hilfe?
Die Wirtschaftskammer Wien bietet eine Vielzahl von Services für angehende UnternehmerInnen. Neben Gründer-Workshops werden telefonische oder persönliche Beratungen zu wichtigen Themen wie Steuern, Sozialversicherung, Rechtsthemen, Förderungen usw. angeboten. Im Rahmen des EPU-Forums gibt es die Möglichkeit zu Einzelcoachings und der Anmietung repräsentativer Meeting-Räume. Sämtliche Services sind für GründerInnen und Mitglieder der Wirtschaftskammer Wien kostenlos.
Weitere interessante Links und Infos rund um das Thema Unternehmensgründung:
Präsentation von Dr. Karoline Simonitsch
Beratung zum Thema Förderungen
Beratung zu allen Steuern
Beratung zu Wirtschafts- und Gewerberecht
Services für Ein-Personen-Unternehmen
POOL-Kooperations-Service der Wirtschaftskammer Wien
13.6.2013
Abb.: Data Dealer, das provokante Facebook-Spiel aus Wien, steht vor der internationalen Veröffentlichung, © 2013 datadealer.com, Creative Commons CC-BY-SA .