|
Thema der Ausstellung ist Kleidung und Mode als essentieller Bestandteil der Kunst. Seit Mitte der 1960er Jahre spielt sie für KünstlerInnen wie Ellsworth Kelly, Niki de Saint Phalle oder Daniel Buren eine große Rolle. Immer schon hat die Mode einen entscheidenden Anteil an der Semantik der Moderne, deren Paradigmen sich seit Baudelaires "modernite" an der Konzepten der "mode" orientieren.
Es lebe die Mode - nieder mit der Kunst
Schon seit Baudelaire gilt die Mode als Inbegriff des Modernen. Im frühen 20. Jahrhundert wird die Mode bei den Futuristen oder bei Sonia Delaunay, aber auch im Surrealismus zur Sprache der Avantgarden. Namhafte Theoretiker wie Walter Benjamin streichen die Kompetenz der Mode heraus und bringen sie in Zusammenhang mit Fragen der Kunst: "Die Mode hat die Witterung für das Aktuelle, wo immer es sich im Dickicht des Einst bewegt. Sie ist der Tigersprung ins Vergangene.
Alles wird Kunst sein, und nichts wird Kunst sein ...
In den Aufbruchsbewegungen der 1960er-Jahre - Pop Art, Fluxus oder Neodada - wird die Mode populär. Performative und medienübergreifende Ansätze bestimmen die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema. Besonders die Pop Art-Ikone Andy Warhol versteht es virtuos, Kunst, Mode, Glamour und Business zum Gesamtkunstwerk zu verbinden.
Reflecting Fashion
präsentiert Warhol als Modell und Trendsetter.
Kunst und Mode in der Gegenwart
Viele zeitgenössische KünstlerInnen, darunter Pawel Althamer, Milica Tomic oder Maja Bajevic, begreifen Mode als eine "Kunst des Gedächtnisses" - Kleidung ist für sie vor allem als Material oder Werkzeug interessant. Die 1967 in Sarajevo geborene
Künstlerin Maja Bajevic näht in Dressed up (1999) Jugoslawien als neues Kleid zusammen und übersetzt so Erinnerung ins Textile.
mumok
MuseumsQuartier
Museumsplatz 1
A-1070 Wien
Mo 14 - 19 Uhr
Di bis So 10 - 19 Uhr
Do 10 - 21 Uhr
11.06.2012
Foto: © Christo