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Österreichisches Design in Hollywood

Österreichisches Design in Hollywood
Spricht man bei Thomas Feichtners Entwürfen von innovativem Design, ist das keine Floskel. Den besten Beweis dafür liefert das Reset-Glas. Als Teil des Setdesigns von Ridley Scotts aktuellen Science-Fiction-Abenteuer "Prometheus" fügt es sich nahtlos in die futuristische Umgebung ein: Es scheint die Schwerkraft zu umgehen und wirkt ein bisschen wie aus einer anderen Welt.

 

CREATIVESPACE: Herr Feichtner, das Tafelservice Reset wurde für das Wiener Unternehmen Stamm entworfen. Nun hat Ihr Glas aus der Serie einen Auftritt in Ridley Scotts "Prometheus". Wie kam es dazu?
Thomas Feichtner: Die Reset Gläser wurden in sehr vielen internationalen Magazinen publiziert. Die Anfrage der Setdesigner war eine von vielen, die wir an Stamm, den Produzenten der Reset-Gläser weitergeleitet haben. Es war klar, dass es sich um eine große Hollywood-Produktion handeln würde - aber dass sie wirklich im neuen Ridley-Scott-Film zu sehen sind, haben wir erst vor ein paar Monaten von den Setdesignern erfahren.

Was erwarten Sie sich von dem Gastauftritt Ihres Produkts?
Die Reset-Gläser sind im Film in der Unterkunft von Meredith Vickers zu sehen. Sie ist die Kommandantin der "Prometheus" und wird von Charlize Theron gespielt. Ich habe mich sehr gefreut, dass die Gläser ein Teil des Setdesigns in einem Hollywood-Blockbuster wie Prometheus sind. Ob es sich positiv auf den Umsatz auswirkt, wird sich noch zeigen. Es ist eine tolle Auszeichnung für das Produkt. Was mich freut, ist, dass sich offenbar meine Zukunftsvisionen im Design mit jener der Hollywood Setdesigner deckt.

Das Reset-Glas scheint die Schwerkraft ein bisschen aufzuheben. Könnte man das, im übertragenen Sinne, im österreichischen Design öfter tun?
Wenn Sie so wollen, sind die Reset.Gläser sehr repräsentativ für meinen Designansatz. Sie verunsichern den Betrachter zunächst, aber alleine durch die Verschiebung des Schwerpunktes nach unten bekommt das Glas die nötige Stabilität. Solche Irritationen haben in der Architektur, im Gegensatz zum Produktdesign, eine lange Tradition. Für solche Entwürfe braucht es nicht nur experimentierfreudige Designer, sondern auch couragierte Produzenten.

Ihre Referenzliste kommt einer Liste prestigeträchtiger österreichischer Traditionsunternehmen gleich. Worauf achten Sie bei der Wahl Ihrer Kooperationspartner?
Die Chemie muss stimmen. Der Name der Firmen ist mir nicht wichtig. In vielen der "Traditionsbetriebe", mit denen ich zusammenarbeite, sind auch die Mitarbeiter über Generationen mit diesen Unternehmen verbunden. Dadurch gibt es dort einen faszinierenden Schatz handwerklicher Fähigkeiten, die mich immer wieder beeindrucken und inspirieren.

Wo sehen Sie die Vorteile in Kooperation mit Firmen wie Stamm, Kohlmaier oder Augarten Porzellan?
Der größte Vorteil ist sicher die räumliche Nähe. Das ermöglicht eine viel intensivere Zusammenarbeit, kürzere Transportwege, schnellere Kommunikation und mehr persönlicher Kontakt. Dadurch fließt mehr Energie in die Produkt- und Designentwicklung. Das wirkt sich schlussendlich positiv auf das Ergebnis der Zusammenarbeit aus.

Gibt es zukünftige Projekte, zu denen Sie uns schon etwas verraten können?
Bei mir ist immer viel los. Neben Ausstellungs- und Publikationsprojekten arbeite ich gerade an einigen Möbel- und Leuchtenprojekten, sowohl für österreichische als auch für internationale Marken. Auf der Mailänder Möbelmesse werden einige neue Designs von mir gezeigt werden. Außerdem wird das Fina-Besteck für Carl Mertens komplettiert. Ein neues Porzellanservice für Augarten wurde gerade im 21er Haus im Rahmen der WIEN PRODUCTS Collection präsentiert und zur VIENNA DESIGN WEEK werde ich ein neues Regalsystem aus Faserzement für Eternit zeigen.


www.thomasfeichtner.com

 

20.9.2012

Foto: © 2012 Studio Thomas Feichtner