Evelyn Svarovsky war immer schon daran interessiert, was man mit Technik aus Grundmaterialien entstehen lassen kann. Diese Neugier hat ihr auch für ihre Mode von Anfang an eine Unabhängigkeit in der Gestaltung gegeben: Aus einem Faden ein Kleidungsstück zu machen, und dies vom Entwurf bis zur Fertigung auszuführen, finde ich den größten Reiz an meiner Arbeit. Gleich nach dem Abschluss ihrer Ausbildung an der Modeschule Hetzendorf hat sie sich 1975 mit dem Geschäft und der angeschlossenen Werkstatt in der Stumpergasse 52 selbstständig gemacht. Von Beginn an fertigte sie eine Kollektion nach ihren eigenen Entwürfen sowie Einzelstücke nach individuellen Kundenwünschen. Über die Jahre weitete sich ihr Portfolio bis zu Musterkollektionen für Designer und Auftragsarbeiten von Theatern aus. Es ist eine spannende Herausforderung, im Unterhaltungsbereich Kleidungsstücke zu schaffen, die auf der Bühne ein Eigenleben bekommen und bei jeder Bewegung funktionieren müssen, betont Svarovsky, die eng mit den Bundestheatern zusammen arbeitet. Daher hat sie u. a. Kettenhemden für Luc Bondys Inszenierung von König Lear oder Kleider für die Salome der Mailänder Scala gefertigt. Als Vorlage steht ihr dafür oft nur ein Foto als Muster zur Verfügung.
Ihre Kunden schätzen es sehr, dass die Maßanfertigungen innerhalb kürzester Zeit termingerecht umgesetzt werden. Mit ihrem Wissen, ihrer Erfahrung und ihrer Kreativität steht sie auch Absolventen der Angewandten zur Seite, deren Abschlussarbeiten sie fertigt. Von ganz fein bis ganz grob kommen dabei alle Fadenstärken zum Einsatz, werden alle Muster und Formen auf meinen Strickmaschinen verwirklicht, erzählt die erfolgreiche Unternehmerin, die Formstricken, aber auch aufwändige Techniken wie Jacquard-Muster beherrscht. Genau das macht ihre Strickmodelle so einzigartig, ist sie überzeugt: In den Deckermustern, die händisch gemacht werden müssen, sowie in der Endanfertigung liegt das besondere Detail der Strickmodelle, das sie von der Massenware abhebt.