Bei Veronika Persché kreuzen sich Stricktechniken, mit denen Gestaltungsideen von Auftraggebern verwirklicht werden, mit experimentellem Textildesign. Weil ich ein Faible für Muster habe, finde ich Motive von anderen Designern oft sehr raffiniert und spannend, schmunzelt die Unternehmerin. Im Atelier von Veronika Persché sticht sofort das enorme Spektrum der Strickmuster ins Auge, die sie für andere Designer nach deren Entwürfen produziert oder selbst gestaltet.
Die Muster sind facettenreich, von reduzierten geometrischen Designs, die an Computerkunst angelehnt sind, bis zu organischen Strickschläuchen. Ihre Strickmaschinen und deren Software lassen Veronika Persché Spielraum im Verwenden außergewöhnlicher Materialien wie fluoreszierender Fäden oder im Kombinieren von Nähzwirn mit Metallfäden oder Gummi mit Wolle. Techniken wie Jacdrop, Libellenmuster oder reversible Stoffe, die auf der Rückseite ein Negativmuster zeigen, sind Resultate meiner eigenen experimentellen Gestaltungen, betont Persché. Durch den Abschluss der HBLA für Kunstgewerbe in der Herbststraße in Wien und die Gesellenprüfung ist Veronika Persché ausgebildete Gold- und Perlstickerin.
Die Begeisterung für Stoffe und Musterdesign liegt übrigens in der Familie: Schon Veronika Perschés Urgroßvater produzierte Wollgewand. Nach dem Besuch des Kollegs für Textildesign an der HTBLVA in der Sprengergasse verfügte sie über das notwendige technische Know-how, um künftig unternehmerisch tätig zu werden. Seit 1999 arbeitet Veronika Persché als selbstständige Strickdesignerin für Kollektionen von Modedesignerinnen wie Jessica Joyce, Mischa Woeste, Elisabeth Gressel oder Ute Ploier und produziert Strickstoff für Skulpturen von Künstlern wie Erwin Wurm. In der Kooperation mit Kostümbildnerinnen wie Sabine Ebner hole ich mir Inspiration für Optik und Effekte eigener Stoffmusterkreationen, beschreibt Persché, ich finde Stoff als Material schön, man kann alles Mögliche damit machen, also nicht nur Kleider, sondern auch Möbel, Lampen, Inneneinrichtungen, Schmuck oder Skulpturen.
Neben der Beteiligung an Textilkunstausstellungen oder Strickkonferenzen hat Veronika Persché Workshops für Strickdesign an der Haute École d´arts appliqués in Genf und an der Kunsthochschule in Linz betreut. Die Neugier für ihren Beruf hat sie bis heute nicht verlassen: Es ist toll, dass man praktisch mit einem einzelnen Faden schon einen Stoff konstruieren kann.
computerunterstütztes Textildesign, diverse Handarbeitstechniken (sticken, häkeln, handstricken, manuelle Stoffbehandlungen), Farbgestaltung, Textilfachkenntnisse (Rohstoffe, Pflege, etc.)
Stoffe, Schals, Taschen, Accessoires