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VIENNA DESIGN WEEK 2012

28. September bis 7. Oktober 2012
VIENNA DESIGN WEEK 2012

Sie ist der beste Grund, sich jedes Jahr auf den Herbst zu freuen: die VIENNA DESIGN WEEK. Mit über hundert Veranstaltungen eröffnet sie neue Sichtweisen auf das Thema Design. Denn hier geht es wenig um Fertiges und viel um Konzepte, Prozesse und Experimente. Wir haben uns angeschaut, wie dieser Anspruch in zwei ganz unterschiedlichen Formaten eingelöst wird: den altbewährten "Passionswegen" und dem neuen Programmpunkt "Stadtarbeit". Außerdem vergeben wir Tickets zur Festivaleröffnung am 27. September im "Gschwandner".
 
Mit einem anspruchsvollen Programm führen Tulga Beyerle und Lilli Hollein die VIENNA DESIGN WEEK in ihre sechste Auflage. Das Herzstück des Festivals bleibt unverändert: die "Passionswege", ein moderierter Annäherungsprozesses zwischen Unternehmen und DesignerInnen. Das von der Wirtschaftskammer Wien geförderte Format möchte lokale Produktionsstätten wiederentdecken und beleben.
  
Prozesse mit offenem Ausgang
Zehn Designschaffende werden in diesem Jahr mit Wiener Unternehmen zusammengeführt, um gemeinsam Projekte zu entwickeln - und zwar unbelastet von den Zwängen und Vorgaben, wie sie bei kommerziellen Arbeitsbeziehungen bestehen. Stattdessen geht es um "Wissenstransfer, Wertschätzung und prozesshafte Projektarbeit", wie Tulga Beyerle erläutert. Ob dabei ein Produkt herauskommt, eine Installation oder etwas völlig Unterwartetes, ist eigentlich nebensächlich. Denn für beide Seiten geht es darum, voneinander zu lernen.
 
Food Design im Bauch von Ottakring
Neben "Passionswege"-erprobten Betrieben wie J. & L. Lobmeyr, der Wiener Silber Manufactur oder den Wittmann Möbelwerkstätten sind in diesem Jahr gleich mehrere Neueinsteiger dabei. Einer davon ist die Fleischerei Sterkl. Seit Generationen ist der Betrieb am Brunnenmarkt ansässig, sozusagen im Bauch vom Ottakring. Ob Sacherwürstel, Polnische oder Pikante, hier wird noch selbst erzeugt. An dieser Stelle sei gesagt: Auch Würste wurden irgendwann einmal "designt". Das Linzer Design-Duo March Gut wird sich bei den Sterkls sehr genau umsehen, die Wurstproduktion studieren und sich überlegen, welchen Beitrag zeitgenössisches Produktdesign in einer traditionellen Fleischerei leisten kann. Ein ähnlich gelagertes Projekt findet in unmittelbarer Nachbarschaft statt: Staud’s, Hersteller von Gemüse- und Obstkonserven, öffnet seine Produktionsstätten für den deutschen Designer Mathias Hahn. Er wird sich nicht nur für die Erzeugnisse interessieren, sondern ebenso für die Kontexte, in denen sie entstehen und weltweit konsumiert werden.
 
Manipulierte Alterungsprozesse
Ums Konsumieren geht es auch bei mathak + mahlknecht, allerdings unter anderem Vorzeichen. Mit dem Projekt "Haltbar bis ... - zur geplanten Obsoleszenz" macht das Duo auf ein allgegenwärtiges Thema aufmerksam: Gezielt in Konsumgüter eingebaute Schwachstellen kurbeln den Neukauf von Produkten an. Mit einer Installation, einer Filmvorführung und einer Podiumsdiskussion möchten sie den Einfluss von Designern, Industrie und Konsumenten auf manipulierte Alterungsprozesse hinterfragen.
 
Stadtarbeit entwickelt Designbegriff weiter
mathak + mahlknecht sind Teil des neuen Festivalformats "Stadtarbeit", für das fünf Projekte über einen Open Call ausgewählt wurden. Ihre Aufgabe: sich mit dem sozialen, kulturellen und räumlichen Gefüge in Wien zu befassen und durch Interventionen alternative Wege aufzuzeigen. "Stadtarbeit" trägt nicht zuletzt der Weiterentwicklung des Designbegriffs Rechnung, wie er beim Social Design anklingt: gestaltet werden nicht Objekte, Produkte oder Architektur, sondern Prozesse und Lebensräume, in deren Mittelpunkt der Mensch steht. Damit verfolgt das Format einen ähnlichen Ansatz wie die Angewandte im neuen Masterstudium Social Design - schön, dass Wien ein Zukunftsthema auf mehr als nur einem Kanal besetzt.  
 
Coolste Party der Stadt: Karten!
Den Startschuss zur VIENNA DESIGN WEEK liefert wie jedes Jahr ein grandioses Eröffnungsevent. Neu ist die Location: das ehemalige Vergnügungsetablissement Gschwandner im 17. Bezirk, in der Folge auch Festivalzentrale samt Pop-up-Café. Weil jeder dabei sein will, aber nicht jeder dabei sein kann, vergeben wir 10 x 2 der heiß begehrten Tickets. Interessierte schicken eine Mail mit Namen und Kontaktdaten an  redaktion@creativespace.at . Es gilt: First come, first serve!
 
 

6.9.2012
Foto: mathak + mahlknecht sind Magdalena Akantisz (*1987) und Peter Mahlknecht (*1986), © mathak + mahlknecht